Kampagne: Exit – bring the boys back home

Seit 25 Jahren sind Thomas Walter, Peter Krauth und Bernd Heidbreder auf der Flucht, weil sie 1995 mutmaßlich den Bau eines Abschiebegefängnisses zu verhindern versucht haben. Mittlerweile sind die drei Gesuchten im sogenannten K.o.m.i.t.e.e.- Verfahren in Venezuela gestrandet und werden noch immer von den deutschen Ermittlungsbehörden verfolgt.

Da die Verjährung der ihnen vorgeworfenen Straftat („Verabredung zu einem Verbrechen“) erst nach weiteren 15 Jahren im Jahr 2035 (!) erfolgt, haben wir die Kampagne „Exit – bring the boys back home“ ins Leben gerufen und plädieren, aufgrund der Unverhältnismäßigkeit von Tatvorwurf und jahrzehntelanger repressiver Verfolgung, für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens und die Aufhebung der Haftbefehle gegen die drei.

Gleichzeitig soll die Kampagne eine größere öffentliche Wahrnehmung für den Fall sowie die größtmögliche Aufmerksamkeit für das Anliegen der drei erreichen und die thematischen Bereiche Exil, Flucht, Flüchtige etc. in den Fokus rücken. Anknüpfend an den Kinodokumentarfilm über die drei Gesuchten „Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela“, der seit Sommer in den deutschen Kinos läuft, soll die Kampagne auch die gesellschaftliche und politische Wiedereinbindung ermöglichen, um die Gesuchten, wenn auch zunächst nur aus der Ferne als intellektuelle Rückkehr quasi, wieder in die politisch-künstlerischen Prozesse hierzulande zu integrieren.

Die Kampagne ist auf ca. sechs Monate angelegt, wobei die Schwerpunkte die Veröffentlichung des gemeinsamen transatlantischen Musikprojekts von Mal Élevé und Thomas Walter als EP sein wird, das Radiofeature „…den Widerstand leben “ von Sobo Swobodnik, die Veröffentlichung der DVD „Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela“ mit umfangreichem thematischen Bonus- Material, sowie Konzerte von Mal Élevé zur EP, (soweit die Corona-Auflagen dies zulassen), und regelmäßige Textbeiträge von Thomas Walter in Form von journalistischen und belletristischen Beiträgen wie Kolumnen, Podcast und „Ratgeber: Flucht“. Als Abschluss der Kampagne ist der Jahrestag der Flucht am 11. April 2021 mit einer breitangelegten Petition verschiedener Künstler*innen und anderer Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben anvisiert.